Die österreichische Version der RTL-Tanzshow „Let's Dance“ heisst „Dancing Stars“, eine charmante, freundliche Version des Formats. Ich hatte bereits die letzte Staffel gesehen und war überrascht, dass ich eine Nachricht von Dimitar erhielt, ob ich nicht Lust hätte, dies Paar, Riem und Dimitar, zu unterstützen. 


Ein unglaublich sympathisches Paar. Eine wunderbare, 47jährige Frau mir einem großen Herzen und einer zarten Seele, und ein 22jähriger, fröhlicher, umwerfend freundlicher Junge - eine ideale Kombination. 


Ich hatte überlegt, wie ich den beiden irgendetwas mitgeben könnte, Freitag für Freitag, zur Motivation und zur Versicherung, dass ihr Publikum hinter ihnen steht. Ich habe das gemacht, was ich einigermaßen kann: Ich habe geschrieben. Zumindest die letzten sechs Freitage der Staffel, beginnend am 5. Mai. 


Schade, Sie sind „nur“ 3. geworden. Aber für uns - also, ihre Fans - waren sie die Sieger. Während ihrer Tänze, die man auf der Homepage des ORF sowie über die Facebook-Seite „Dancing Stars“ ansehen kann, strahlten die beiden so viel natürliche Heiterkeit, Freude am Tun und gegenseitiges Vertrauen aus, dass sie die Herzen ihrer Zuschauer, so auch das meine, eroberten. 


Ich hoffe sehr, wieder von ihnen zu hören/sie wieder zu sehen. 


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Liebe Riem, lieber Dimi, ich weiß gar nicht, ob Ihr das Glück, das ich Euch wünsche, überhaupt braucht ... aber schaden kann es auch nichts, oder? Ich denke an Euch, drücke Euch die Daumen und freue mich darauf, Euch heute zusehen zu können. Das, was Ihr unbedingt mitnehmen müsst, ist die Gewissheit, dass so viele Leute Euch gern haben und Euch mit positiven Gedanken unterstützen. 


So. Und jetzt geht da raus, verdammt noch mal - and ROCK THE HOUSE!!! 😄❤️


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Der erste Bulgare in meinem Leben war mein Sportlehrer, Dimi. Christo Christow und sein Bruder Stojan quälten mich. Weder schaffte ich den Aufschwung am Reck, noch die Rolle über den Barren, oder gar, an einem Seil hochzuklettern. Noch nicht mal an dem mit den Knoten. 

Das hat meiner Meinung über Bulgarien nicht besonders gut getan. Ich wusste damals noch nicht, dass es „den Franzosen“, „den Engländer“ usw. gar nicht gibt. Zumindest nicht für intelligente Menschen. Und wenn man ein Kind ist, denkt man, aha, so sind sie, die Bulgaren. 


Und jetzt kommst Du daher. Lustig, freundlich. Elegant. Strahlend wie ein Prinz aus einem Grimm'schen Märchen. Du berührst mich mit Deiner freundlichen, liebevollen Art. Du bist ein ganz besonderer Mensch, und ich bin unglaublich stolz, Dein Freund sein zu dürfen. 


Ich bin so froh, Dimi, dass Du nicht nur in mein, sondern das Leben aller Eurer Fans getanzt bist. Ich habe zwar inzwischen dazugelernt, aber es hilft doch, wenn man jemanden kennt. Besonders, wenn man ihn gern hat. Denn jetzt weiß ich: Aha, so sind sie, die Bulgaren! 


Und jetzt: Geht da raus und rockt das verdammte Studio mir Eurem Tango! Ihr seid die Besten!


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Lese ich über Dich bei Google nach, Riem, fallen - neben FM4 und Österreich - immer die Begriffe Ägypten und Kanada. Da kommst Du her. Deine Sprache, Dein Humor, Deine Tradition, Deine Persönlichkeit. Du verkörperst alles, was das Leben wert macht, gelebt zu werden. Du bist bunt, Du glänzt, Du bist international. Du bist Aida, An der schönen blauen Donau und La La Land. Maria Theresia und Nofretete. Avril Lavigne und Erika Pluhar. Die Niagara-Fälle, die Sphinx, die Hofburg. 


Es ist so, Riem. Die Summe Deiner Teile ist an sich faszinierend. Aber Du bist so viel mehr. Und das beweist Du jeden Freitag Abend. Auch wenn Du es nicht zu glauben scheinst. Und selbst Deine härteste Kritikerin bist. Und jeden Deiner Fehler, deren Gesamtheit wir schätzen und mögen, beanstandest.


Aber dagegen gibt es ein einfaches Mittel. Hab Dich selbst einfach genau so lieb, wie Deine Familie, Freunde, Fans und Dimitar. Verlass Dich auf uns. Wir sind viele, und so viele können sich nicht irren. Vergiss nicht, dass die Faszination vielschichtiger Menschen in genau dieser Mischung aus Stärken und Schwächen besteht. Aus Deiner Kraft, aber auch Deiner Verletzlichkeit. 


Alright: Now I expect you to step out there and rock the whole f*cking ballroom! Good luck!


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Und wieder ist es Freitag. Ihr beiden, Dimi und Riem, habt es hoffentlich wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass ich Euch am Rest der Woche weitestmögliche in Ruhe lasse. Ihr habt zu arbeiten. Einmal in Euren Berufen - Ihr müsst ja vermutlich Miete zahlen und gelegentlich bei Mpreis einkaufen gehen - und, natürlich, für die Sendung. Also: Kein Stalken, keine bewundernden Liebesbezeugungen. Es sei denn, Ihr macht einen HIV-Test. Oder ich fahre durch München-Riem 😄. Dabei denke ich häufiger an Euch, als es den Anschein hat. Komisch, oder? Wenn man bedenkt, dass ich Euch bis vor Kurzem noch gar nicht kannte! 


Facebook ist ja oft ganz ekelhaft. Wenn man so manche Einlassung liest, kann einem schlecht werden. Boshaft, neidisch, radikal, unmenschlich. Schlimm, sowas.


Aber dann lernt man so viele, wunderbare Menschen kennen, denen man unter normalen Umständen niemals begegnet wäre. Man darf plötzlich zu Gast sein in Ländern, Städten, Wohnungen, Leben. Anteil nehmen. Und wenn man Glück hat, entsteht über Verstehen und Vertrauen Freundschaft. Dass das funktioniert, habe ich oft erlebt. Man begegnet Menschen, die man nur über Facebook kannte, sozusagen ‚life‘ - und es fühlt sich an, als begegneten sich alte Freunde. 


„Na so'n Quatsch. Freundschaft. Wie sollen Riem und Dimitar das denn leisten?“, fragte mein kleiner Bruder. ( Er ist der Vernünftige in der Familie. ) „Überleg mal, wie viel Tausend Fans die beiden haben! Selbst, wenn sie wollten - Freunde, also richtige, echte Freunde, die anrufen und sagen, Du, mir geht's schlecht, kannst Du nicht auf ein Glas Wein vorbeikommen? - keine Chance. Das kann nicht gehen! Bleib realistisch!“ 


Verflixt. Er hat recht. Aber man wird doch wohl ein klein wenig verrückt sein dürfen, oder? Im November bin ich in Wien, mein Buch auf der Messe vorstellen. Habt Ihr Zeit? Auf einen Tafelspitz? Oder wenigstens einen Palatschinken? Warten wir's ab! Ich würde mich freuen! 


So. Und jetzt, verdammt noch mal, geht da raus und haut die Jury von den Socken! Viel Glück!


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Ich habe mir die Woche über noch einmal alle Eure Tänze angesehen. Und die netten Interviews mit Frau Weichselbraun und Herrn Eberhartinger. Und die einleitenden Aufnahmen aus Eurem Training. Macht Ihr das auch gelegentlich? Es lohnt sich, kann ich Euch sagen. Ihr wachst immer enger zusammen, immer harmonischer. Immer schöner. Ja, wirklich. Harmonie, Freude an dem, was man tut. Spaß und ( in allen Ehren ) Liebe machen nun mal schön. 


Ich bin so gespannt, wie es ausgeht. Ich bezweifele nicht, dass Ihr weiterkommt. Es gibt zwei Paare, die so perfekt zusammenpassen, dass man sie jeweils als eine Einheit sehen kann: Ana und Thomas  - und Ihr. Der Unterschied liegt für mich darin, dass Eure Konkurrenz sehr professionell und wie ein Uhrwerk funktioniert. Ich finde das übrigens vom Casting her sehr zweifelhaft. Als Musical-Darsteller ist man halt Profi. Da kann man Tanzen und ist im Training. 


Aber das muss Euch nicht erschrecken. Ihr habt etwas, Riem und Dimitar, das viel wichtiger ist, als eine perfekt gelöste Mathematik-Aufgabe. Ihr habt Euch. Eure so rasch gewachsene, liebevolle Beziehung. Euer freundschaftliches Vertrauen ineinander. Euren Glauben an Euch selbst, den anderen, und daran, dass Ihr es schaffen könnt. 


Das alles, und der Charme, den Ihr Woche für Woche zu Euren Zuschau ... nein, Euren Fans nach Hause schickt, werden Euch weiter tragen. Ich hab's schon in einem Post gesagt, dass es fast Wurscht ist, ob Ihr Dancing Star werdet. Für Eure Fans seid Ihr es ja schon längst. Und das ist das, was zählt. 


Mir fällt gerade was Schlimmes ein. Das Format endet bald! Wir werden freitags den Fernseher einschalten, und Euch vergeblich suchen ... was machen wir dann?


Aber bevor es so weit ist, gibt es noch etwas Arbeit für Euch. 

Also los! Geht da sofort raus, und schenkt uns was von Eurer Magie. Rockt den Ballroom!


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Kennt Ihr die Märchen der Gebrüder Grimm? „In einer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat ... “ beginnt eine Geschichte. Hat mich damals, als Kind, sehr beeindruckt. Einfach was wünschen? Und das funktioniert? 


Ja, warum nicht. Ihr habt mich ja mitgenommen in dieses Märchen. Wieder zum Kind werden lassen. Ihr habt mir das Märchen erzählt, in dem eine scheue Königin glaubt, dass nur Prinzessinen etwas zählen auf der Welt. In dem ein gut gelaunter Prinz aus einem gar nicht mal so fernen Land daherkommt und sie erweckt. In dem gute Feen und kritische Zauberer Ratschläge und Bewertungen abgeben. Und in dem der Hofstaat am Ende glücklich sein wird über den guten Ausgang der Geschichte. 


 Ich bin wirklich ganz entspannt. Hey, Ihr seid im Finale! Ist das etwa nicht märchenhaft? Ihr habt Euch gegen Hexen, Drachen, Riesen und Zwerge durchgesetzt. Ihr habt mich überzeugt, genau wie die Prinzessin auf der Erbse, Cinderella, die gute Fee und das Rumpelstilzchen, die Euch von Sendung zu Sendung immer mehr Punkte gegeben haben. Ihr vollbringt es sogar, alles ganz leicht und unbeschwert aussehen zu lassen, dass man sich wie Belle fühlt, oder der in ein Ungeheuer verzauberte Prinz. Da geht ja die Kunst los, Verzwicktes kinderleicht erscheinen zu lassen. 


Was wird also heute passieren? Ist dies immer noch die Zeit, in der Wünsche in Erfüllung gehen? 


Ich glaube, dass wir die Leitungen des ORF zum Glühen bringen werden. Ich bin kein Zauberspiegel, kann aber trotzdem sehen, dass der Konkurrenzkampf ungleich ist, wie bei Schneewittchen, die über den Bergen bei den sieben Zwergen lebt und 1000 Mal schöner ist als die stiefmütterliche Königin. Egal. Ich bin bereit. An mir soll es nicht liegen. Ihr werdet das tun, was Ihr schon so oft getan habt: Euer Publikum verzaubern. Ein Märchen erzählen von Hoffnung und Stärke. Freundschaft und Liebe. Hingabe und Vertrauen. Die Prinzessin auf der Erbse, Cinderella, die gute Fee und das Rumpelstilzchen beeindrucken. Ich wünsche mir sehr, dass unsere Liebe Euch weitertragen wird. 


Und jetzt los! Wir brauchen mehr Geschichten, die wir abends unseren Kindern vorlesen können. Und die uns selbst wieder zu Kindern werden lassen. Raus in den Ballroom! Reißt die Leute vom Hocker! 


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Ich hätte erwartet, dass ich trauriger sein würde. 


Na gut. Zugegeben: Ein klein bisschen traurig bin ich schon. Aber nur a kloans Bisserl. Kaum der Rede wert. Weil so viele Gefühle überwiegen. Fangen wir mit dem Glück und dem besonderen Privileg an, Euch kennengelernt zu haben, und mehr noch, Euch nahe sein zu dürfen. Mit Euch zu hoffen, zu bangen, zu kämpfen. Sich über gute Bewertungen zu freuen und über Schlechte zu ärgern. 


Als deutscher Zuschauer hat man den Vergleich zum RTL-Programm, das zeitgleich seine Interpretation des Formats ausstrahlt. Ja, auch diese Sendung kann man anschauen. Es steht und fällt mit den Promis, die oft keine sind, und auch viel mit den Profis. Wie überall gibt's Nette und G'scherte. Let's Dance ist lauter, bunter, frecher. Dancing Stars ist eleganter, liebenswürdiger, charmanter. Und: Dancing Stars hatte Euch. 


Hättest Du zu Beginn der Sendung gedacht, Riem, dass Du Finalistin sein würdest? Siehst Du? Dimi hat immer an Dich geglaubt, weil er an sich glaubt, an das 'Euch' geglaubt hat und deswegen einfach wusste, dass Ihr es gemeinsam schaffen könnt. Wir konnten sehen, wie in einer schüchternen, zurückhaltenden Riem Selbstbewusstsein wuchs, Sicherheit und vor allem, Vertrauen zu Dir, Dimitar. Ich glaube, damit habt ihr in uns allen etwas berührt, nach dem wir unser Leben lang verzweifelt suchen. Vertrauen haben zu dürfen in einen anderen Menschen, bei dem man sich sicher fühlt, beschützt. Der es gut mit mir meint. Der immer noch Hoffnung hat, wenn ich kurz vorm Aufgeben bin. Und der in mir etwas sieht, was andere und, vor allem, ich selbst, nicht erkenne. 


Es war eine wunderschöne Zeit mit Euch. Wir alle haben dem Freitag entgegengefiebert, und uns darauf gefreut, Euch wiederzusehen, wie man sich eben freut, wenn lieb gewonnene Freunde und Bekannte auf Besuch kommen. Ihr habt gewonnen. Vielleicht keinen Ehrentitel, keinen hübschen Plastik-Stern. Nein. Ihr habt Herzen gewonnen. Bewunderung und Respekt. Tiefe Zuneigung und Liebe Eurer Fans. Ihr seid die Sieger. Für uns wart Ihr es von Anfang an. Ihr seid unsere Sieger. 


Das Märchen, von dem ich vorhin sprach, ist am Ende. Alle Frösche sind geküsst, alle  Prinzessinnen haben ihren Prinzen bekommen, alle Flüche sind aufgehoben. Wir können beruhigt schlafen gehen in dem Bewusstsein, dass wir uns wiedersehen. 


Danke für alles. Vielen Dank.